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Gregos

FRANKREICH

Anders als manche, deren Ruf unter Vorurteilen leidet, bringt Gregos mit seinen abgeformten Gesichtsmasken Farbe auf die Mauern der Stadt! Ein Rückblick auf die Geschichte des Pariser „Passe-muraille“, des „Mannes, der durch Wände geht“.

Als er begann, die Mauern der Vorstadt mit Tags zu versehen, konnte Gregos, wie ihn seine Freunde schon immer nannten, noch nicht ahnen, welcher künstlerische Weg vor ihm lag. Geprägt von einer aufkommenden Hip-Hop-Kultur „made in USA“, trieb ihn ein von Adrenalin beflügeltes Bedürfnis an, sich auszudrücken. Das Ende der Schulzeit und der Militärdienst beendeten dieses urbane Vorspiel. Doch Gregos arbeitete weiterhin mit seinen Händen und schlug das nächste Kapitel seines Abenteuers in der bildenden Kunst auf.

Die Geschichte setzt sich Ende der 1990er-Jahre in Griechenland fort. Berufliche Verpflichtungen gaben Gregos die Gelegenheit, die Schätze der Antike kennenzulernen. Der Detailreichtum und der Realismus der Skulpturen prägten ihn nachhaltig. Zurück in Frankreich experimentierte er mit Ton und erlernte bildhauerische Techniken. Mithilfe von Gussformen löste er die Frage der Vervielfältigung seiner Arbeiten und erprobte im Jahr 2000 seine ersten Handabdrücke. Während seines Aufenthalts in Boston von 2004 bis 2006 setzte er seine bildnerischen Experimente fort und erweiterte seine technischen Kenntnisse um Öl- und Acrylmalerei. Er kehrte mit seinem ersten Gesichtsabguss im Gepäck zurück: dem Bild des schüchternen, verschmitzten Kindes, das auf Familienfotos die Zunge herausstreckt!

Zurück in Paris ließ sich Gregos im Viertel Pigalle nieder. Er schätzte das anregende künstlerische Umfeld, auch wenn er manche Begleiterscheinung zu spüren bekam, etwa die nächtlichen Gespräche der Schülerinnen und Schüler der benachbarten Musikschule. Gregos setzt lieber auf Humor als auf Geschrei und bezieht mit bildnerischen Mitteln Stellung. Das erste Gesicht, das er 2006 anbrachte, war weiß und trug lediglich eine Signatur auf der Wange. Ein zweites folgte wenige Wochen später, dann ein drittes … Er genoss den Nervenkitzel dieser nächtlichen Ausflüge, die bis Ende 2007 zur Gewohnheit geworden waren. Nach und nach fand er seinen Platz in der Street-Art-Szene, lernte verschiedene Künstlerinnen und Künstler kennen und schloss sich ihnen bei gemeinsamen Klebeaktionen und anderen Veranstaltungen an.

Der urbane Künstler, der nachts allein arbeitet, hält stets nach dem idealen Ort Ausschau: einer freien Wand oder einem ungewöhnlichen Platz für ein eigenwilliges, überraschendes Kunstwerk. Zu den Menschen, die sich vom „Gesicht in der Wand“ begeistern ließen, gehörten auch Journalisten und Galeristen, die ihm 2008 anboten, seine Arbeiten auszustellen.

Aus Erfahrung entstehen Ideen: 2009 verlieh Gregos seinen Gesichtsmasken nicht nur Farbe, sondern begann auch mit unterschiedlichen Formaten zu arbeiten. Sein eigenes Gesicht wurde zum idealen Medium, um seine „Moods“ mitzuteilen. Für den Autodidakten, der seine Gesichtsmasken mit verschiedenen, im Lauf der Zeit erlernten Abformtechniken herstellt, ist diese Kunstform eine Möglichkeit, eine außergewöhnliche „autobio-GRAFISCHE“ Geschichte zu erzählen.

Bedeutet das das Ende seiner Graffiti-Arbeit? Nicht ganz. Gelegentlich folgt Gregos weiterhin Einladungen, für großformatige Arbeiten die Spraydose zu schütteln. Seine Gesichtsmasken, ein besonders persönliches Medium in der heutigen Stadtlandschaft, sind in Bordeaux, La Rochelle, Chartres, Bourg en Bresse, Montpellier, Bayeux, Lyon, Lille, Royan, Nizza, Perpignan, Prades, Saint Malo, Caen und sogar in Französisch-Guayana zu finden, ebenso in Los Angeles, New York, San Francisco, Rom, Berlin, Monaco, Malta, Athen, London, Genf, Amsterdam, Bristol und Madrid.

Am zahlreichsten sind Gregos’ „Moods“ natürlich in Paris vertreten: mit bislang fast 900 Gesichtern an den Wänden und nahezu 1.500 weltweit.

Seiner Begeisterung für das „Gesicht in der Wand“ folgend, sucht Gregos unermüdlich nach neuen Wegen, seine Arbeit zu bereichern. So schafft er etwa Ausführungen seiner Kunst, die kleiner als eine Münze sind. Zudem erschließt er neue Materialien: transparentes Kristall, glänzendes Chrom und selbst die Raffinesse von Bronze. So entsteht eine Verbindung zwischen dem Erbe traditioneller Bildhauerei und modernen Techniken. Inspiriert von seiner Umgebung, dem Zeitgeschehen, dem Leben und der Straße nutzt Gregos sein Medium immer wieder wie einen Spiegel, um Gefühle zu teilen.

Text von Camille Berthelot Du Plessix

Dauerausstellungen

Galerie Dumas, Linz
Lavomatik Gallery, Paris
Joël Knafo Gallery, Paris
Urban Gallery, Paris
Kahn Gallery, Ars en Ré, Frankreich
Les Plumes Gallery , Beirut, Libanon
Modus Gallery, Paris

Gruppenausstellungen

2026

Streetart Edition 3, Galerie Dumas, Linz (AT)
Augenblicke, Galerie Dumas, Linz (AT)

2025
Galerie Dumas Im Advent, Galerie Dumas, Linz (AT)
French & Austrian Affairs Edition 3, Galerie Dumas, Linz (AT)

2024
Streetart Edition 2, Galerie Dumas, Linz (AT)

2023
French & Austrian Affairs Edition 2, Galerie Dumas, Linz (AT)
Galerie Dumas im Advent VOL.3, Galerie Dumas, Linz (AT)

2022
Make ART not WAR, Galerie Dumas, Linz (AT)
#Summervibes, Galerie Dumas, Linz (AT)
#Streetart, Galerie Dumas, Linz (AT)
Galerie Dumas im Advent VOL.2, Galerie Dumas, Linz (AT)

2021
French & Austrian Affairs, Galerie Dumas, Linz (AT)
Galerie Dumas im Advent, Galerie Dumas, Linz (AT)

2017
Where the streets have no name, Artmonist, Paris

2016
Museum of Immigration, Paris

Tête au carré, Lavomatik Gallery, Paris

2015
Artsper, Palais de Tokyo, Paris

2014 

Singapore Art Fair, Singapur

Beirut Art Fair, Libanon

Figure, Joel Knafo Gallery, Paris

Tondi, de la part des anges, Rathaus des 18. Pariser Arrondissements 

De Alechinsky à Jonone, Joël Knafo Gallery, Paris  

Magnolia Gallery, Genf, Schweiz

Art urbain à Ré, Kahn Gallery, Ars en ré, Frankreich

Intérieur Extérieur, Joël Knafo Gallery, Paris 

Art en 3D, Joël Knafo Gallery, Paris

Star Wars, la Bohême Gallery, Deauville, Frankreich

Tondi, de a part des anges, Musée du Vin et du Négoce, Bordeaux, Frankreich

Street art, l’art dans la rue, Centre Culturel François Villon, Enghien les Bains, Frankreich

Commedia del street art, Joel Knafo Gallery, Paris

2013

Magnolia Gallery, Saint Denis, Frankreich 

Athens Street Art Festival, Camp Gallery, Athen, Griechenland.

Street therapy, Frip Gallery, Paris 

Faces et cie, 59 Rivoli Gallery, Paris

Délits de faciès, Ligne 13 Gallery, Paris

2012  

Wolf song night, Ligne 13 Gallery, Paris 

Music on walls, Artkraft Gallery, Paris 

Dirty Harry Vol I, Galerie 59 Gallery, Paris

Wolf song night, Belle Aire Gallery, Marseille, Frankreich

Collages urbains, Cabinet Amateur Gallery, Paris 

Du mur à la toile, Artkraft Gallery, Paris 

New urban voices, Maximillian gallery, Hollywood, USA

2011  

Quartier du street art, Commanderie des Templiers de la Villedieu, Elancourt, Frankreich

Back to Black, 770 Gallery, Paris

Empreintes Urbaines, Palais d’Iéna, Paris

Des flowers et des hommes, Celal Gallery, Paris 

GLAZ’ART, Buchpräsentation: 40 Street Artistes Au Carré

Street Love, YONO, Paris, 4. Arrondissement

United colors of Gregos, Centre Culturel de la Merise, Trappes, Frankreich

2010  

Cinémaniaque, Ligne 13 Gallery, Paris

Autoportraits et portraits de maîtres, Ligne 13 Gallery, Paris 

La rue est vers l’art, Etienne de Causan Gallery, Paris

2008  

World Refugee Day, Médiathèque de Châtillon, Frankreich